Neumünsters Kleingärten sind mehr als nur kleine Gärten

Auf Initiative der Koalition wurde die Landesregierung aufgefordert, dem Parlament bis zur April-Tagung (24. - 26. April 2013) einen schriftlichen Bericht zur Entwicklung des Kleingarten-Wesens in den letzten zehn Jahren vorzulegen. Neumünsters Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber dazu in einer Presseerklärung:Das Kleingartenwesen leistet in Neumünster einen wichtigen Beitrag für ein aktives, soziales Gemeinwesen und für die Grünversorgung der Stadt. Die Auswirkungen des demografischen Wandels, die sich verändernden ökologischen, städtebaulichen, sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen in den Kommunen und der Gesellschaft stellen das Kleingartenwesen auch in Neumünstervor neuen Herausforderungen, die aber auch Chancen mit sich bringen. Grundlagen für Entwicklungen und Entscheidungen im Kleingartenwesen brauchen gute inhaltliche Informationen.

Kirsten Eickhoff-Weber MdL

Daher haben wir gemeinsam mit unseren Koalitionspartnern einen Antrag zum Kleingartenwesen in Schleswig-Holstein im Landtag auf den Weg gebracht.

Kleine Gärten zur Selbstversorgung aber auch für die Bewegung und den Aufenthalt an der frischen Luft entstanden im Zuge der Industriellen Entwicklung und den damit verbundenen engen, schwierigen Lebensverhältnisse in den Städten. Der Ruf der Neumünsteraner Kleingärten war so gut, dass der Verein gebeten wurde, die Pläne der ersten Anlage zum Kongress der Internationalen Arbeitergärten zu schicken, der 1910 auf der Weltausstellung in Brüssel stattfand.

Jetzt, mehr als 100 Jahre später ist Neumünster immer noch eine Stadt mit einem aktiven Kleingartenleben. Das wurde auch intensiven Gesprächen mit dem Vorsitzenden des Kleingartenverbands Neumünster deutlich.

Aber die Zahl von Leerständen in den Neumünsteraner Anlagen, das geänderte Freizeitverhalten und das hohe Durchschnittsalter bereitet heute erhebliche Sorgen. Hinzukommt, dass die Stadt Neumünster als Folge der Sparbemühungen keinerlei Unterstützung mehr bietet. Hier beschränkt man sich auf die Einnahme der Pacht, die der Kleingartenverband jährlich zahlt. Mit den Leistungen die das Kleingartenwesen für die Öffentlichkeit, für die Grünversorgung, für die Gemeinschaft leistet, werden die Kleingärtner allein gelassen.

Das zurückgehende Interesse ist nicht nur in Neumünster zu beobachten. Gleichzeitig sind aber in anderen Teilen Schleswig-Holstein Kleingärten wieder in, gehören zu einem modernen Lebensstil in der Stadt. Hier bestehen in vielen Gartengemeinschaften schon wieder Wartelisten.

Wir wollen uns für die Kleingärten stark machen! Kleingärten erfüllen heute viele Funktionen, sie sind Mehrgenerationengärten für Familien mit Kindern und ältere Menschen, leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration, zur Umweltbildung und auch zur Erholung. Wir wollen die sozialen Funktionen ausbauen und die ökologischen Chancen nutzen.

Kleingärten haben eine Zukunft und müssen für eine lebendige Stadt von morgen erhalten werden. Das geht nur gemeinsam: Kleingärtner, Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung, Bürger und Bürgerinnen müssen sich gemeinsam auf den Weg machen!

Antrag/Drucksache 18/493 Entwicklungen im Kleingartenwesen in Schleswig-Holstein